HeusenMESH: Krisenfunk für Heusenstamm & Rembrücken
Was passiert eigentlich, wenn Strom, Mobilfunk und Internet gleichzeitig ausfallen? Dann geht auch bei WhatsApp nichts mehr. Genau für diesen Fall baut die IG HeusenMESH ein öffentliches, nicht-kommerzielles Notfallnetz für Heusenstamm und Rembrücken auf. Unterstützt wird sie vom Ortsverband Frankfurt (Z05) des VFDB e.V., dem Verein der Funkamateure in Telekommunikation und Post.
Worum geht es?
Das Netz basiert auf MeshCore, einer dezentralen Funktechnik auf LoRa-Basis. Die Infrastruktur versorgt sich selbst über Solarmodule und Akkus. Textnachrichten laufen von Station zu Station weiter, auch wenn einzelne Teile ausfallen. So lassen sich Angehörige erreichen, Warnmeldungen empfangen und Hilfe organisieren, ganz ohne zentrale Infrastruktur.
Die Bedienung ist ähnlich einfach wie bei einem Messenger:
- Öffentliche Hashtag-Kanäle wie #heusenstamm funktionieren wie ein digitales schwarzes Brett, zum Beispiel für Warnmeldungen.
- Private Kanäle sind verschlüsselt. Feuerwehr, Vereine oder Familien können sich damit eigene geschützte Räume schaffen.
- Direktnachrichten sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, niemand sonst im Netz kann mitlesen.
Was braucht man dafür?
Zwei Bausteine:
- Den Companion. Ein Smartphone kann LoRa nicht selbst empfangen. Man braucht deshalb ein kleines Gerät im Hosentaschenformat, das per Bluetooth mit der MeshCore-App (Android und iOS) verbunden wird. Es kostet je nach Modell etwa 10 bis 40 Euro.
- Die Repeater. Das sind Vermittlungsstationen, die auf hohen Gebäuden oder Anhöhen sitzen und die Signale weiterleiten. Je höher und freier sie stehen, desto größer die Reichweite für alle. In der Region gibt es sie schon auf dem Großen Feldberg und auf dem Offenbacher Rathaus.
Mein Zwischenstand
Ich habe mir selbst einen Companion zugelegt. Der Empfang klappt gut. Mit dem Senden hapert es aber noch, weil in Rembrücken bisher kein Repeater steht. Meine Nachrichten kommen also nicht zuverlässig im Netz an, auch wenn ich selbst vieles mithören kann.
Für Rembrücken wird ein Repeater gebraucht, besser noch zwei Standorte. An einem arbeiten wir bereits. Laut Projektseite ist der Repeater „DE-HE-OF VFDB Z05 #6″ in Rembrücken geplant. Dazu gibt es schon Repeater im Heusenstammer Ostend und im Südwesten der Stadt.
Wo kann ein Repeater hin?
Gesucht sind hohe, frei stehende Gebäude, am besten mit Platz für ein Solarmodul in Richtung Süden. Das Gerät selbst ist klein: Die IG nennt als Beispiel den SenseCAP P1 von Seeed Studio. Er wiegt nur rund 600 Gramm, hat Solarmodul und Akku eingebaut und lässt sich an Masten oder Geländern befestigen. Die Kosten trägt die IG HeusenMESH, für Eigentümer und Verwaltungen entsteht also kein Aufwand.
Die Projektseite nennt schon mögliche Kandidaten, darunter mehrere Hochhäuser in Heusenstamm und das Schlosshotel. Aus meiner Sicht wäre auch das Hochhaus in der Vogelseen 29 ideal für Rembrücken.
Du kannst helfen
- Du kennst Eigentümer oder Hausverwaltungen hoher Gebäude in Heusenstamm oder Rembrücken? Sprich sie gern an oder stell den Kontakt her.
- Du hast eine geeignete Dachfläche oder kannst Zugang zu einem Mast oder Geländer ermöglichen?
- Du willst einfach mitmachen oder Hardware spenden? Die IG ist noch ein kleiner Kreis und freut sich über Verstärkung.
Alle Infos, Hardware-Empfehlungen, Einrichtungsanleitungen und Kontaktmöglichkeiten findest du auf www.heusenmesh.de. Über das Impressum der Seite erreichst du das Team direkt.
Ich halte euch auf dem Laufenden, sobald in Rembrücken der erste Repeater funkt. Dann klappt hoffentlich auch das Senden. 📡


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